Die Herstellung granulierter Stücke ist recht aufwändig: als Erstes müssen die winzigen Kügelchen hergestellt werden, indem man von dünnen Drähten (Durchmesser 0,2 mm) kleine Stückchen abschneidet. Diese werden in Tiegeln mit Holzkohlenpulver geschichtet und dann im Ofen geschmolzen. Danach müssen die so entstandenen Kügelchen gewaschen, gereinigt, getrocknet und mit Hilfe eines Siebturmes nach Größe sortiert werden. Danach erst kann die eigentliche Arbeit des Musterlegens mit Pinsel und Klebemittel beginnen.  Die von mir verarbeiteten Kugeln haben einen Durchmesser von unter 0,26 mm bis 0,6 mm.

Die Granulation gehört mit zu den ältesten Goldschmiedetechniken, die frühesten Funde stammen aus Griechenland von ca. 2500 vor Christus. Zu besonderer Leistung in der Granulationstechnik brachten es die Etrusker in der Zeit um 800 nach Christus. Aus dieser Epoche sind ungezählte, handwerklich hochwertige Artefakte bekannt, darunter ein mit ca. 100.000 Kügelchen verziertes, 10 cm im Durchmesser großes Salbengefäß, das ich mir mit großer Begeisterung in London angeschaut habe.

Lange Zeit geriet die Granulation in Deutschland in Vergessenheit, bis um 1920 in Köln Elisabeth Treskow und in München Johann Michael Wilm diese alte Technik zu neuem Leben erweckten.

Im Kunstgeschichteunterricht während meiner Ausbildung an der Zeichenakademie Hanau habe ich dann von dieser Technik gehört und mich weiter nicht dafür interessiert, bis eine Lapislazulikette nach einem granuliertem Schloss verlangte. Weitgehend autodidaktisch und mit Hilfe meines Schaumeisters habe ich die ersten Versuche mit der Granulation unternommen. Durch zwei Kurse habe ich dann mein Wissen vertieft und begonnen eine granulierte Kollektion herzustellen. Seit 1995 bin ich mit dieser Kollektion auf verschiedenen Messen und Ausstellungen präsent.

Am Granulieren schätze ich das Meditative der Arbeit und die Entstehung eines “Kleinodes”: der Betrachter erkennt die schmückende Wirkung des Schmuckstückes, die Trägerin weiß um die Kleinteiligkeit und Schönheit des Musters auf Ihrem Schmuck.